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Exkursion des 11. Jahrgangs nach Hötensleben und Marienborn

Im Rahmen des Geschichtsunterrichts unternahmen die Geschichtskurse des 11. Jahrgangs gemeinsam mit ihren Lehrkräften Frau Ivers, Herrn Lohse, Herrn Felser und Frau Rathke eine Exkursion zu den Gedenkstätten Hötensleben und Marienborn. Ziel war es, die im Unterricht behandelte Geschichte der deutschen Teilung an authentischen Orten zu vertiefen.

Erste Station war das Grenzdenkmal Hötensleben, das nur rund 45 Minuten von Wolfenbüttel entfernt liegt. Dort führten Besucherführerinnen die Schülerinnen und Schüler entlang eines erhaltenen Abschnitts der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Der unter Denkmalschutz stehende Grenzstreifen mit Mauer, Metallgitterzaun, Signalzaun und Wachturm vermittelt bis heute einen eindringlichen Eindruck von den Grenzsicherungsanlagen der DDR. Dass dieser Abschnitt erhalten blieb, ist dem Engagement von Bürgerinnen und Bürgern aus Hötensleben zu verdanken, die sich nach der Friedlichen Revolution für seinen Erhalt einsetzten.
Während der Führung erfuhren die Schülerinnen und Schüler nicht nur, wie die Grenzanlagen aufgebaut waren und welche Funktionen sie erfüllten, sondern auch, wie der Alltag der Menschen im Sperrgebiet aussah. Besuche von Verwandten oder Freunden mussten beispielsweise Wochen im Voraus beantragt werden. Die Bewohner lebten in unmittelbarer Nähe zur Grenze, deren Beleuchtung und Überwachungsanlagen den Alltag prägten.
Anschließend ging es zur Gedenkstätte Marienborn, dem größten und bedeutendsten Grenzübergang zwischen der Bundesrepublik und der DDR. Vielen Schülerinnen und Schülern war der ehemalige Kontrollpunkt bereits von Fahrten auf der A2 in Richtung Berlin bekannt. Auf dem rund sieben Hektar großen Gelände mit den erhaltenen Kontrollanlagen, Gebäuden und dem Kommandantenturm begleiteten die Besucherführerinnen die Gruppen auf einer nachgestellten Transitreise nach West-Berlin. Dabei wurde anschaulich erklärt, wie Passkontrollen abliefen und welche Bedeutung die Zollkontrollen bei der Einreise in die DDR hatten. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren, dass unter anderem westliche Zeitungen, Bücher oder Musikkassetten nicht eingeführt werden durften. Außerdem wurde erläutert, wie Fahrzeuge und Gepäck kontrolliert und verdächtige Personen überprüft wurden.
Auch der Kommandantenturm, von dem sich das gesamte Gelände überblicken ließ, durfte von den Schülerinnen und Schülern bestiegen werden. Von oben erhielten sie einen Eindruck davon, wie die Grenzübergangsstelle überwacht wurde und wie Schranken, Ampeln und Sperranlagen zentral gesteuert werden konnten.
Mit vielen neuen Eindrücken und einem vertieften Verständnis für die Geschichte der deutschen Teilung kehrte der Jahrgang nach Wolfenbüttel zurück. Die Exkursion machte deutlich, wie wertvoll authentische Lernorte sind, um historische Ereignisse greifbar werden zu lassen.