Leichtathletik - Der Sport, für den ich brenne und renne

Mein Name ist Lennart. Ich gehe in die zehnte Klasse des THG. Ich bin 16 Jahre alt und komme aus Wolfenbüttel. Meine Lieblingsfächer sind Mathe, Physik und Sport. In meiner Freizeit höre ich Musik und lese noch ganz altmodisch Bücher! Zudem mache ich Leichtathletik beim MTV Wolfenbüttel, wovon ich gerne ein wenig erzählen möchte.
Die meisten von euch werden Leichtathletik nur aus dem Sportunterricht oder vielleicht sogar von Olympia kennen. Allerdings wird meiner Meinung nach dort ein ganz falsches Bild der Sportart vermittelt. Es geht anscheinend nur um die Gold-, Silber-, oder Bronzemedaille, dabei ist Leichtathletik viel facettenreicher. Auch bei den Bundesjugendspielen geht es darum die höchst mögliche Punktzahl zu erreichen, obwohl es nicht nur um Schnelligkeit und Kondition, sondern auch um Willenskraft und Koordination geht.
Viele haben keine Lust zu dieser Sportart, da Leichtathletik als sehr anstrengend gilt und ich will euch nicht anlügen, es ist anstrengend!! Doch es lohnt sich, vor allem da unsere Generation ziemlich unsportlich geworden ist und wir uns anstrengen sollten, wieder fitter zu werden. Ich will mich nicht raus reden... Ich bin nämlich so ziemlich der ungelenkigste Mensch, den es gibt. Dennoch - Leichtathletik hilft euch nicht nur beim Sportunterricht weiter, da es eigentlich die Grundlage aller Sportarten darstellt (Laufen, Springen, Werfen etc.), außerdem werdet ihr schnell merken, dass ihr schneller werdet, weiter springt und mehr Kraft habt. Und darum geht es auch. Man sollte seine eigenen Rekorde aufstellen und brechen und nicht die eines Usain Bolt. Ich hab auch ziemlich lange gebraucht, bis ich das verstanden habe. Klar ist es motivierend, auf dem Treppchen zu stehen und es macht auch verdammt viel Spaß, sich mit anderen Athleten zu messen, dennoch sollte man dies nicht in den Vordergrund stellen, denn es ist ein soviel besser Gefühl, wenn man eine neue persönliche Bestleistung erzielt oder sein Ziel verwirklicht. Man lernt auch auf seinen eigenen Körper zu hören, und es ist nicht nur eine Einzelsportart, sondern es gibt Mannschaftswettkämpfe und zum Beispiel Staffeln.
Meine Lieblingsdisziplinen sind die 200m, die 300m, der Weitsprung und die 100m. Es gibt noch viel mehr Disziplinen, die ich mag, wie zum Beispiel Hochsprung, Hürden laufen und die 400m, allerdings sind es Disziplinen, die ich bisher kaum oder gar nicht trainiert habe. Meine erfolgreichste Disziplin war bisher der 300m-Sprint, wo ich bei den Landesmeisterschaften 2017 in Verden die Bronzemedaille gewonnen habe. Generell war der Lauf in einem Stadion ein unvergessliches Erlebnis.
Außerdem helfe ich auch mit, die jüngeren Kinder aus unserem Verein zu trainieren. Das ist zwar manchmal echt nervig, aber macht größtenteils Spaß. Das alles hat dazu geführt, dass ich dieses Jahr als Jugendleichtathlet des Jahres 2017 ausgezeichnet wurde. Es ist ein große Ehre für mich und ohne meine Eltern, die viel Verständnis für mein Hobby haben und mich hin und her kutschieren und meinen Trainerinnen, die mich immer wieder motivieren und vorbereiten, hätte ich es wohl kaum geschafft. Mein nächstes Ziel wären dann die eben erwähnten Disziplinen zu trainieren und vielleicht zu den Norddeutschen Meisterschaften und später für die Deutschen Meisterschaften zu qualifizieren.
Mein großes Vorbild ist Jesse Owens, der nicht nur in all meinen Lieblingsdisziplinen einen neuen Weltrekord aufstellte, sondern auch als Dunkelhäutiger unter dem Naziregime an der Olympiade 1936 teilnahm und in vier von vier Disziplinen Gold gewann.
Leichtathletik ist für mich einfach wichtig, weil ich einen freien Kopf beim Training bekomme und ich viel über mich gelernt habe. Ich weiß nun, wo meine Grenzen sind und habe den Ehrgeiz entwickelt, sie zu überschreiten. Es gibt sowohl Tiefen als auch Höhen. Obwohl die meisten Disziplinen Einzeldisziplinen sind, entwickeln sich gute Freundschaften, wenn man gemeinsam bei Wettkämpfen mitfiebert.
Ich hoffe, ich konnte euch annähernd einen Eindruck von der Leichtathletik vermitteln. Probiert es einfach mal aus oder schaltet nächstes mal bei einer Übertragung im Fernsehen ein. Es ist traurig, dass zum Beispiel Fußball viel mehr Aufmerksamkeit bekommt, obwohl sich der Titel „Schnellster Mann/Frau der Welt“ ziemlich cool anhört, oder?