Neuigkeiten

Südafrikaner im Schnee

Nachdem THGler der Jahrgänge 11 und 12 im Frühjahr 2025 zweieinhalb Wochen in Gqeberha, Südafrika, zugebracht hatten, war es am Zweiten Weihnachtstag endlich soweit, dass die südafrikanische Gruppe (12 SuS, zwei Lehrerinnen) am Flughafen in Hannover zum Gegenbesuch in Empfang genommen werden konnte. Die Wiedersehensfreude war groß, auch wenn die Außentemperaturen arktisch anmuteten: -8°C am Anreisetag sorgten gleich für die richtigen Winter-Vibes bei den Südafrikanern.


Auf die Gäste wartete ein abwechslungsreiches Programm im winterlichen Deutschland: Der Besuch diverser Weihnachtsmärkte, Rodeln im Harz, eine zweitägige Fahrt nach Berlin, ein Besuch im Phaeno und der Autostadt, und dann natürlich die zahlreichen Aktivitäten, die von den Gastfamilien angeboten wurden. Bei einem Schüleraustausch spielt natürlich auch der Schulbesuch eine wichtige Rolle. So wurde die Gruppe von Schulleiterin Sandra Feuge offiziell in der Bibliothek begrüßt, wobei Gastgeschenke ausgetauscht wurden. Da der Unterricht aber an zwei Tagen witterungsbedingt ausfiel, hielt sich die Anzahl der Schultage in Grenzen, zumal unsere Gäste zusätzlich für drei Tage nach Amsterdam reisten. Ein Highlight des Besuchs war zweifelsfrei die Fahrt in den Harz, wo die südafrikanischen Jugendlichen zum ersten Mal in ihrem Leben die Freuden und Tücken des Rodelns kennenlernten.

Vergleicht man Südafrika mit Mitteleuropa, fallen einige kulturelle Unterschiede auf. Die Besucher, von denen alle zum ersten Mal in Europa waren, wurden befragt, was ihnen an Deutschland positiv oder negativ auffalle. Zum Glück überwogen die positiven Antworten:

- Zuverlässigkeit, Effizienz und Sauberkeit der öffentlichen Verkehrsmittel sowie die Tatsache, dass es überhaupt welche gibt
- Das allgemein saubere Erscheinungsbild der Städte (im Vergleich zu Südafrika)
- Die Sicherheit, die es erlaubt, sich ohne Angst in der Öffentlichkeit zu bewegen, auch in der Dunkelheit (in Südafrika        undenkbar)
- Das Essen, z.B. Döner
- Die Vielfalt an unterschiedlichen Brotsorten, die vielen Bäckereien
- Schnee
- Die Architektur und die historischen Gebäude
- Die Weihnachtsmärkte
- Deutschland wirkt ruhig und friedlich (im Vergleich zu Südafrika)
- Respektvoller Umgang der Menschen untereinander

Aber auch Kritisches wurde geäußert: Die meisten Jugendlichen beklagten die hohen Preise in der Gastronomie und in den Geschäften, außerdem fanden einige das deutsche Verständnis von Pünktlichkeit und Zeitmanagement befremdlich. So war denn auch oft die Rede von „African time“ und „German time“; immer wenn es galt, einen Zug oder Bus zu erreichen, wurde auf „German time“ hingewiesen. Daran mussten sich unsere Gäste erst gewöhnen. Nicht von ungefähr gibt es ein afrikanisches Sprichwort, welches lautet: „Die Europäer haben die Uhren, die Afrikaner haben die Zeit.“ Auch die deutsche Direktheit, Dinge frei heraus zu sagen, wurde von den Besuchern mitunter als unfreundlich wahrgenommen. Ferner wurde das weitgehende Fehlen von freundlichem Small Talk moniert.

Die drei Wochen, in denen die Gäste in Wolfenbüttel waren, gingen viel zu schnell um, und so fand sich die gesamte Gruppe am 17. Januar wieder am Flughafen Hannover ein, wo es hieß, Abschied zu nehmen. Dieser fiel einigen sichtlich schwer, und es floss so manche Träne. Auf diesem Austausch wurden Freundschaften fürs Leben geschlossen, und so hieß es auch nicht „Farewell!“, sondern „See you soon!“