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Gleich dreimal hatten die Bläserklassen des THG zum Ende des Schuljahres die Möglichkeit, zu präsentieren, was sie erarbeitet hatten.




Mit einem musikalischen Friedensgruß setzten die Schülerschaft und die Lehrkräfte des Theodor-Heuss-Gymnasiums am Montag ein Zeichen gegen den aktuellen Krieg in der Ukraine und für den weltweiten Frieden.

Nach einem Jahr Pause nutzten die musikalischen Gruppen des Theodor-Heuss-Gymnasiums die Landesmusikakademie in Wolfenbüttel für ihre traditionellen Musikarbeitstage.

„Heute gründen wir in Wolfenbüttel das erste Bläser-Improvisations-Ensemble”, kündigte der Musiker Vlady Bystrov an, als er vor zwei Wochen die THG-Bläserklasse besuchte, um mit den Schülerinnen und Schülern einen außergewöhnlichen Workshop durchzuführen.


Nun sind sie endlich da: die von den Schülerinnen und Schülern der THG-Bläserklasse heiß ersehnten T-Shirts, mit denen sich die musikalischen Fünftklässlerinnen und Fünftklässler ab jetzt auch optisch auf den ersten Blick als Gemeinschaft präsentieren können.  

Gemeinsames Musizieren oder gar Auftritte vor einem Publikum – das ist für die Bläserklasse 6b keine Selbstverständlichkeit. Kurz nachdem die Schülerinnen und Schüler im Herbst 2020 ihre Instrumente in Empfang nahmen, wechselten sie coronabedingt ins Distanzlernen und machten ihre ersten musikalischen Gehversuche gezwungenermaßen in Videokonferenzen mit ihren Instrumentallehrerinnen und -lehrern von der Musikschule.

Noch kurz vor Schuljahresende besuchte die Bläserklasse 6b des THG das Tonstudio von Herrn Willgeroth in Bad Harzburg. Felix und Johanna berichten von ihrer Exkursion:

Am Samstag, dem 10.07., bot die Musikschule nach der langen Zeit der Einschränkungen jungen Musiker*innen aus der Musikschule die Möglichkeit, in Präsenz vor Publikum zu spielen: Neben Schüler*innen der Musikschule, die im Innenhof des BIZ auf Klavier, Altflöte, Cello oder Klarinette vorspielten, durfte nun auch die Bläserklasse 6b des THG vor Publikum zeigen, was sie in den letzten beiden Jahren gelernt hat.

Eine außergewöhnliche Kleidungslieferung in Corona-Zeiten  

 

„Wenn die Schülerinnen und Schüler nicht in die Schule kommen dürfen, dann kommt die Schule eben zu ihnen.“ Dies dachten sich die Musiklehrerin Renate van de Voort und die Klassenlehrkräfte Sandra Feuge und Dr. Dirk Hahn, als sie jeweils einzeln in der vergangenen Woche die Bläserinnen und Bläser in der Klasse 5b zu Hause im Homeoffice besuchten. Im Gepäck hatten sie die T-Shirts mit dem Aufdruck der jeweiligen Instrumente und den Namen der Musikerinnen und Musiker, die auch in diesem Jahr wieder vom Verband der ehemaligen Schülerinnen und Schüler finanziert wurden.

Die besuchten Schülerinnen und Schüler freuten sich sehr über diesen besonderen Lieferservice und probierten ihr neues Kleidungsstück gleich an. Seit Beginn ihres Unterrichts in der Bläserklasse lernen sie aufgrund der Corona-Bedingungen nun schon im Homeoffice. Ein gemeinsames Musizieren als Bläserensemble konnte bislang noch nicht stattfinden. „Das behindert natürlich sehr die Motivation zum regelmäßigen Üben", bedauert Renate van de Voort und fügt hinzu: „Umso wichtiger sind derzeit gemeinschaftsstiftende Gesten und Signale, sei es auch nur in Form eines Kleidungsstücks, das deutlich macht: Wir sind auch in der Distanz ein Team!“ Alle drei Lehrkräfte bedankten sich bei den ehemaligen Schülerinnen und Schülern und vor allem ihrem Vorsitzenden Jürgen Wuttig für ihre Unterstützung, mit der sie in jedem Jahr den jungen Bläserinnen und Bläsern eine große Freude machten.

Freudestrahlend und hoch motiviert nahmen zu Beginn des Schuljahrs die Fünftklässlerinnen und Fünftklässler ihre funkelnden Instrumente entgegen, die sie in der Bläserklasse des Theodor-Heuss-Gymnasiums zu spielen lernen wollten. Umso größer war jedoch die Enttäuschung, als angesichts der coronabedingten Hygienevorgaben der Bläserunterricht in Schulen stark eingeschränkt bzw. sogar verboten wurde.

Da hieß es seitens der Lehrkräfte der Bläser- und Orchesterklassen in Wolfenbüttel schnell zu handeln. „Wir wollten keinesfalls, dass die Motivation der angehenden Bläserinnen und Bläser schon vor dem Start verloren geht,“ erinnert sich Musiklehrerin Renate van de Voort, die mit ihrer Kollegin Maren Blockhaus umgehend ein digitales Konzept auf die Beine stellte, das trotz strengster Beschränkungen das Erlernen eines Blasinstruments möglich machte.

Seit September lernen nun die Bläserkinder der fünften und sechsten Klasse am THG ihre Instrumente per Videokonferenz. Sie werden in der fünften Klasse auf Distanz via Bildschirm pro Woche eine Stunde lang von ihrer Musiklehrerin betreut. Darüber hinaus erhalten alle Bläserinnen und Bläser eine weitere Stunde individuellen Unterricht durch vier Musiklehrkräfte der Musikschule des Bildungszentrums des Landkreises Wolfenbüttel, mit der das THG, das Gymnasium Große Schule und das Gymnasium im Schloss seit Jahren eine stabile Kooperation unterhalten. Ulrike Hecker (Querflöte), Michaela Reichmuth (Posaune), Ryszard Pobieda (Klarinette und Saxophon) und Andreas Kößler (Trompete) stellten sich beherzt der neuen Herausforderung und blicken insgesamt positiv auf die vergangenen Wochen des Fernunterrichts zurück. „Die Schülerinnen und Schüler arbeiten sehr konzentriert und teilweise eigenständiger als im Präsenzunterricht,“ beobachtete Trompeten-Lehrer Kößler. Auch Ryszard Pobieda und Ulrike Hecker betrachten den Online-Unterricht als geeignete Option, um die Motivation der Schülerinnen und Schüler aufrecht zu erhalten und ihnen ein regelmäßiges Üben zu ermöglichen. Marie, Lina, Fenja und Helis aus der Klasse 5b des THG sind sich einig darin, dass der Musikunterricht ob „live oder online“ ihnen sehr viel Freude mache und dass sie gute Fortschritte erleben würde. Den Einsatz ihrer Lehrerinnen und Lehrer loben sie sehr. Mit gelegentlichen technischen Problemen kämen sie selbst immer besser zurecht und könnten sie sich gut arrangieren. „Die Hauptsache ist, dass wir überhaupt spielen können,“ fasst Fenja zusammen.

THG-Musiklehrerin Renate van de Voort hebt besonders die Möglichkeiten der individuellen und sehr gezielten Betreuung der einzelnen Schülerinnen und Schüler hervor, bedauert aber wie ihre Kolleginnen und Kollegen an allen Schulen auch das Fehlen des gemeinsamen Spiels und der gegenseitigen Unterstützung. „Dadurch fehlen leider die Klangerfahrung und das gemeinsame Erfolgserlebnis, die das Klassen- und Orchestermusizieren so einzigartig machen,“ betont sie etwas wehmütig. Renate van de Voort wie auch ihrer Kollegin Maren Blockhaus ist es ein Herzensanliegen, sich auch im Namen ihrer Bläserschülerinnen und -schüler bei den vier Musikschullehrkräften zu bedanken, die sich in dieser schwierigen Phase so flexibel und ihren Schülerinnen und Schülern zugewandt gezeigt und damit das Stattfinden eines Bläserunterrichts am THG überhaupt erst möglich gemacht haben. Es sei sehr erfreulich, in solch unruhigen und unplanbaren Zeiten so zuverlässige Kooperationspartner an der Seite zu haben, heben die beiden abschließend hervor.

Erneut nutzten die musikalischen Gruppen des Theodor-Heuss-Gymnasiums die Landesmusikakademie in Wolfenbüttel für ihre traditionellen Musikarbeitstage. Mehr als 100 Schülerinnen und Schüler widmeten sich hier mit ihren Lehrkräften zwei Tage lang ganz der musikalischen Arbeit. So konnten die Bläserklassen, die Bläser-AG, die THG-Band, die Musical-AG und der Chor jeweils in gut ausgestatteten Räumen mit besten akustischen Bedingungen in intensiven Proben die kommenden Ereignisse im Schulleben vorbereiten.